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Innovation und Unternehmertum – eine Weinfelder Stärke

erstellt am 13 November 2015 durch tm

Zwei KMU realisieren neues Verfahren zur Herstellung eines Stärkeproduktes für Papierindustrie.

(mt) Ein neu entwickelter Rohstoff ermöglicht massive
Energieeinsparungen bei der Herstellung von Papier und Karton: Die Meyerhans Mühlen in Weinfelden haben ein innovatives Verfahren für die Aufbereitung von Stärke für die
Papierindustrie entwickelt. Sie arbeiten dabei mit den zwei Papierfabriken der Verpackungsfirma Model AG zusammen. Die Klimastiftung Schweiz, der Kanton Thurgau und das Bundesamt für Energie unterstützen das Projekt finanziell.

Stärke sorgt dafür, dass Papier stabil und fest wird. Deshalb behandelt die Papierindustrie ihre Produkte mit Stärke, die meistens aus Kartoffeln, Mais oder Weizen gewonnen wird. Die Herstellung und die Aufbereitung von nativer Stärke benötigt viel Wärmeenergie. Die Meyerhans Mühlen mit Hauptsitz in Weinfelden (TG) haben nun eine Methode entwickelt, um ein auf Weizen basierendes Stärkeprodukt mit
nur einem Viertel des Energieverbrauchs für die Verwendung in der Papierindustrie vorzubereiten. Bisher musste die Stärke in der Papierfabrik mittels Dampf aufgekocht, auf das Papier aufgetragen und dann getrocknet werden. Im neuen Prozess entfällt der energieintensive Schritte des Kochens, da die Stärke bereits in der Mühle aufgeschlossen wird und dann einfacher verwendet werden kann.

Zwei Familienunternehmen sparen 3000 Tonnen CO2 pro Jahr
Für die Umsetzung der Innovation in der Praxis arbeiten die Meyerhans Mühlen mit dem benachbarten Familienunter- nehmen Model AG in Weinfelden zusammen. Die Ver- packungsfirma Model AG stellt in ihren zwei Papierfabriken in Weinfelden und Niedergösgen vor allem Wellkartonpapier her. Dieses wird zu Wellkarton zusammengesetzt, indem glattes und gewelltes Papier übereinandergeschichtet wird.
Zusammen stellen die Papierfabriken jährlich rund 375'000 Tonnen Wellkarton her. Dank dem neuen Verfahren der Meyerhans Mühlen wird dabei 3000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Zusätzlich fallen Lastwagentransporte aus dem Ausland weg. Die Klimastiftung Schweiz, der Kanton Thurgau und das Bundesamt für Energie haben sich an der Investition der Meyerhans Mühlen beteiligt. Ursula Finsterwald,
Stiftungsrätin der Klimastiftung Schweiz, erklärt: «Das Projekt der Meyerhans Mühlen und der Model AG zeigt, wie wichtig innovative KMU für den Klimaschutz und für die Schweizer Wirtschaft sind.» Die Stiftung vergibt Geld an KMU, die im eigenen Betrieb Energie sparen oder klimafreundliche Produkte entwickeln.

Innovation als Zauberwort im Wettbewerb
Die Einweihung der neuen Produktionsanlage für Papier-Stärke heute Donnerstag, 12. November, ist ein Meilenstein für Dominic Meyerhans, den Vorsitzenden der Geschäftsleitung bei den Meyerhans Mühlen. Abgeschlossen sei das Projekt damit aber noch nicht. «Wir müssen im nächsten Jahr Erfahrungen sammeln und den Prozess weiter optimieren», sagt er. Die beiden Familienunternehmen Mühlen und Model AG sind sich einig, dass es sich lohnt, etwas Neues auszuprobieren. Andreas Klumpp, Betriebsleiter der Papierfabrik Thurpapier der Model AG sagt: «Wir müssen uns im internationalen Markt gegen viel grössere Fabriken behaupten. Da ist es wichtig, dass wir innovativ bleiben.»
Über die Klimastiftung Schweiz Klima schützen. KMU stärken. Nach diesem Motto unterstützt die Klimastiftung Schweiz Projekte kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Stiftung hat seit ihrer
Gründung 2008 mehr als 1000 KMU in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein mit 13 Millionen Franken unterstützt.
Die Klimastiftung Schweiz wurde als gemeinnützige, unabhängige Stiftung gegründet. Sie ist unter Bundesaufsicht und steht interessierten Firmen offen, die durch einen effizienten und gezielten Einsatz der Rückverteilung aus der CO2-Lenkungsabgabe den Klimaschutz verstärken wollen.
Seit Januar 2008 verlangt das CO2-Gesetz eine Abgabe auf Brennstoffe. Ein Teil der Abgaben fliesst zurück an die Wirtschaft. Vor allem grosse Dienstleistungsunternehmen erhalten mehr zurück, als sie bezahlt haben. Diese «Netto-Rückvergütung» setzen die Partnerfirmen der Klimastiftung Schweiz für Klimaschutzmassnahmen von Schweizer und Liechtensteiner KMU ein.

Die Partner der Klimastiftung Schweiz
Die Schweizer und Liechtensteiner Dienstleister Allianz Suisse, Alternative Bank Schweiz, AXA
Winterthur, Bank J. Safra Sarasin, Bank Julius Bär, Bank Vontobel, ECA, Gebäudeversicherung Bern,
Gebäudeversicherung Kanton Zürich, Glarner Kantonalbank, LGT, Liechtensteinische Landesbank, Man
Investments, New Re, PartnerRe, Pictet & Cie, PwC, Raiffeisen Schweiz, RobecoSAM, Sanitas
Krankenversicherung, SAP (Schweiz) AG, SCOR Services Switzerland AG, Swisscanto Asset Management
AG, Swiss Life, Swiss Re, Vaudoise Assurances, VP Bank und XL Group sind Partner der Klimastiftung
Schweiz.

Weitere Informationen: www.klimastiftung.ch

 


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