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«Jede Führungskraft muss selber zu einem Digital Leader werden»

erstellt am 15 November 2017 durch Theo Martin Bild: zvg/swiss.image.ch/Andy Mettler/Europa Forum LuzernBild: zvg/swiss.image.ch/Andy Mettler/Europa Forum Luzern

In einer vernetzten Welt geht es darum die Menschen zusammenzuführen – statt zu trennen. Das Europaforum Luzern befasste sich mit der Digitalen Revolution, die in Wahrheit eben keine Revolution ist.

Patrick Naef, CIO der Emirates Group, sagte, dass die IT vor 15 Jahren als reiner Kostenblock betrachtet wurde. Heute jedoch muss man sich die Technologie zunutze machen, sonst geht man unter. Die erste Stufe sei digitale Kosmetik – eingeführt des guten Rufes wegen. Die zweite Stufe nennt Naef digitale Silos. Man nutze zwar die Informatik, ohne die Strukturen anzupassen und sich richtig zu vernetzen.

Es geht darum, sich zu vernetzen

Firmen wie Uber, Facebook und Alibaba dagegen haben das industrialisierte Geschäftsmodell verlassen. Allerdings wurden diese Firmen schon als digitalisierte Firmen geboren. Traditionelle Firmen sollten deshalb ihr Geschäftsmodell um ein Netzwerkmodell erweitern. Im Endeffekt gehe es darum, sich zu vernetzen. In einer vernetzten Welt gehe es darum die Menschen zusammenzuführen statt zu trennen. Es gehe darum, Hierarchie und Netzwerk zu verbinden – also gehört das entweder-oder der Vergangenheit an. Netzwerke können mehr als Individuen. Jede Führungskraft muss selber zu einem Digital Leader werden.

Wo bleibt denn nun die Revolution? Digital.swiss versucht den Fortschritt der Digitalisierung zu messen, wie Thomas D. Meyer von Accenture Schweiz ausführte. Es gehe um Innovation und Erneuerung, nicht um eine Revolution. Deshalb propagiert Meyer, die Hausaufgaben zu machen. Dann erst besteht die Möglichkeit, sich zu öffnen und zu wachsen. Dabei geht es darum, Kundennutzen zu generieren – und nicht etwa nicht Websites. Das neue Geschäft schliesslich kommt am Schluss. Dinosaurier und Start-ups müssten zusammenwachsen, um den Kern des Problems zu lösen. Das Bauchgefühl sei wichtig dabei.

 

Reise mit unbekanntem Ziel

Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident von Roche, sagte im Gespräch mit Markus Spillmann, für die Pharma bedeute die Digitalisierung ebenfalls Veränderung. Eines der eindrücklichsten Beispiele sie die Sequenzierung des menschlichen Genoms, das früher Monate dauert und nun bloss noch 1000 Dollar kostet. Roche begebe sich mit der Digitalisierung auf eine Reise, ohne das Ziel letztlich zu kennen. Viel werde in USA in in Grossbritannien gemacht, weil es in der Schweiz politische Grenzen gebe. Die Schweizer seien auch auch richtig pragmatisch. Wenn es notwendig werde, gehe die Umsetzung dann schnell.

Roche fragt sich, wo in der Forschung Türöffner vorhanden sind. Auch für Digital-Profis sei wichtig, wo sie arbeiten – und Roche deshalb eine gute Adresse. Zudem werden regelmässig kleinere Unternehmen akquiriert. Langjährige Mitarbeiter zu transformieren, sei aber eine der schwierigsten Aufgaben. Die Fähigkeit aus grossen Daten Erkenntnisse zu gewinnen werde künftig entscheiden. Im Bereich der Krebs-Immuntherapie würden heute schon Wirkstoffe kombiniert. Auf der Basis von echten Daten aus der Behandlungspraxis würden so Lösungen gesucht. Entscheidend sei auch, wie die Informationen für die Ärzte aufbereitet würden, damit diese stets optimal entscheiden können.

 

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