KMU sehen Wandel mit Zuversicht

erstellt am 31 Oktober 2017 durch tm An der 15. Ausgabe des Schweizer KMU-Tages übergab Urs Fueglistaller die Rolle als Gastgeber an seinen Kollegen Tobias Wolf vom KMU-HSG. Bild: zvg/Schweizer KMU-Tag/Roger Sieber An der 15. Ausgabe des Schweizer KMU-Tages übergab Urs Fueglistaller die Rolle als Gastgeber an seinen Kollegen Tobias Wolf vom KMU-HSG. Bild: zvg/Schweizer KMU-Tag/Roger Sieber

Auch zur 15. Ausgabe kamen über 1200 Teilnehmende zum Schweizer KMU-Tag in St.Gallen.

(mt) Auch die 15. Ausgabe des Schweizer KMU-Tags war ausverkauft: Deutlich über 1200 Teilnehmende gingen der Frage nach, wie es die Tausenden von Schweizer KMU schaffen, den steten Wandel scheinbar mühelos zu bewältigen. Sechs Referentinnen und Referenten aus Praxis und Forschung beleuchteten verschiedene Aspekte des Wandels und seiner Bedeutung für die KMU.

Einmal im Jahr wird St.Gallen zum Treffpunkt der Schweizer KMU. Der Schweizer KMU-Tag stellt jeweils ein praxisbezogenes KMU-Thema in den Fokus, so dass die teilnehmenden KMU-Führungskräfte «handfeste Tipps» in den Alltag mitnehmen können. Dieses Jahr lag der Fokus auf der «Zuversicht im Wandel».

Gelassenheit und Zuversicht

Ein erster Wandel prägte gleich den Einstieg in die 15. Ausgabe des Schweizer KMU-Tags, der einmal mehr ausverkauft war: Urs Fueglistaller, Direktor am KMU-HSG, begrüsste die über 1200 Teilnehmenden das letzte Mal in seiner Rolle als Gastgeber – und übergab die Gastgeberrolle an seinen KMU-HSG-Kollegen Tobias Wolf. Die beiden präsentierten die Ergebnisse der KMU-Tag-Studie 2017, die das Institut wie in den Vorjahren speziell auf den KMU-Tag hin bei den Teilnehmenden durchgeführt hatte. Diese zeigte bereits zwei erste Erfolgsfaktoren, der die Schweizer KMU im Wandel auszeichnet: Gelassenheit und Zuversicht. «Wandel hat’s schon immer gegeben», waren sie sich einig. «Aber die Zuversicht im Wandel muss immer wieder erkämpft werden.»

«Es braucht die Fähigkeit anzustecken»

HSG-Ordinarius Wolfgang Jenewein zeigte kurzweilig und mit praktischen Tipps auf, welche Herausforderungen der stete Wandel an die Führung stellt: «Das Wichtigste – wichtiger noch als die Strategie – ist die Kultur im Unternehmen, eine Kultur der Flexibilität.» Goba-Chefin Gabriela Manser gab im Talk mit Moderatorin Patrizia Laeri sehr persönliche Einblicke in ihr eigenes Leben als Unternehmerin, das mit einem einfachen: «Bitte wende! Punkt» seinen Anfang genommen hatte, als sie – als ausgebildete Kindergärtnerin – vor der Herausforderung stand, das Familienunternehmen zu übernehmen: «Das war wirklich ein Wendepunkt: der Moment, Ja zu sagen. Das Wichtigste ist die Fähigkeit anzustecken. Wenn dann das Umfeld bereit ist, sich auf Neues einzulassen, ist Wandel möglich.»

«Zuversicht zu sich selbst»

Martina Gerster, Geschäftsführerin des Familienunternehmens Härterei Gerster AG in Egerkingen, legte dar, wie sie im stahlharten Geschäft die Zuversicht pflegt, bevor der Philosoph und Publizist Ludwig Hasler die «Zuversicht im Walde» suchte. Was aus einer «Schnapsidee» entstand, entwickelte er zu einem «Trainingscamp der Zuversicht»: Schliesslich «ist ja eine Idee, die sofort überall Applaus findet, gar keine Idee. Deshalb: Zuversicht können wir nur zu uns selbst haben.» Für Wolfgang Frick, Autor und Geschäftsleiter Marketing und Sortimentsmanagement bei Spar (Schweiz), spielt dabei Unbekümmertheit eine entscheidende Rolle. Diese Unbekümmertheit ist es auch, die den 23-jährigen Unternehmer Philipp Riederle bis heute leitet. Er erklärte, wie die Generation Y arbeitet: «Wir erleben eine komplette Veränderung des ganzen Umfelds, in dem wir uns bewegen».

«An keiner Tagung sind sich die Schweizer KMU näher»
Am Schweizer KMU-Tag finden Unternehmerinnen und Unternehmer und Führungskräfte aus KMU eine Plattform zum Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Die Tagung gehört zu den gefragtesten Treffen dieser Art in der Schweiz, ganz dem eigenen Motto gemäss: «An keiner Tagung sind sich die Schweizer KMU näher». Angeboten und durchgeführt wird der Anlass in bewährter Co-Organisation vom Schweizerischen Institut für Klein- und Mittelunternehmen an der Universität St.Gallen (KMU-HSG) und von der Agentur alea iacta ag.

Der Schweizer KMU-Tag steht unter dem Patronat des Schweizerischen Gewerbeverbands (SGV), von economiesuisse, der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell und des Kantonalen Gewerbeverbands St.Gallen. Unterstützt wird der Anlass durch langjährige Hauptsponsoren, denen KMU-Anliegen sehr wichtig sind: Helvetia, Raiffeisen, OBT, ABACUS und Swisscom. Und der Temin für den nächsten Schweizer KMU-Tag steht ebenfalls bereits fest: Er findet statt am Freitag, 26. Oktober 2018.

 

Handlicher KMU-Ratgeber «Fit für Selbstführung in KMU»
Auch dieses Jahr haben die KMU-Tag-Organisatoren einen KMU-Ratgeber herausgegeben: Urs Fueglistaller, Alex Fust, Roger Tinner, Walter Weber und Tobias Wolf geben zu 7 x 3 Fragen konkrete Antworten und pragmatische Tipps und Hinweise zur «Selbstführung». Der Ratgeber nimmt ihnen nicht alle Probleme ab, bestärkt sie aber darin, bei sich selbst mit Führen und Managen zu beginnen, um ihre wichtige Rolle bei der Führung ihres Unternehmens wahrzunehmen. Handlich und lesbar in kleinen Häppchen als Bett- oder Pausenlektüre. Zu bestellen über info@kmu-tag.ch.
 

Lesen Sie auch:

- «Mit Leidenschaft können Sie dem Papst ein Doppelbett verkaufen»

Überflüssige Arbeitsschritte streichen

Agilität ist wichtiger als Effizienz

 

 


facebook twitter