Eine weitere, erfreuliche Erkenntnis der CVO-Studie: die Firmenflotten haben die Wirtschaftskrise offenbar gut überstanden. Schweizer Unternehmen planen, in den nächsten Jahren durchschnittlich 12% mehr Fahrzeuge zu erwerben (2009: 9%).
Schweizer KMU schätzen zudem ihre wirtschaftliche Situation im Vergleich zum Euroland zuversichtlicher ein. 81% belassen ihr Flotten-Budget unverändert (im Vergleich zu Europa: 65%). Im Gegensatz dazu ist bei grossen Firmen Sparkurs angesagt (26% weniger Budget in CH, 40% in Europa). Die Vermutung liegt nahe, dass hier die Headquarter in der Krise Druck ausgeübt haben.

Ganz allgemein scheint das Vertrauen der europäischen Unternehmen in eine positive wirtschaftliche Entwicklung gestiegen zu sein. Damit verbunden ist die Erwartung, dass die Mobilität weiter zunehmen wird. Obwohl die Firmenflotten in der Schweiz durch die Wirtschaftskrise kaum in Mitleidenschaft gezogen worden sind, hat sich die durchschnittliche Laufzeit der Fahrzeuge deutlich verlängert und zwar um 14 bis 21% gegenüber dem Vorjahr.
Total Cost of Ownership (TCO) rückt in den Fokus
Bei den Finanzierungsmethoden dominiert in der Schweiz im Vergleich zu Europa immer noch der Fahrzeugkauf (58 bis 66%), gefolgt von Finanz-Leasing (17 bis 38%) und Full-Service-Leasing (5 bis 15%). Dies könnte damit zu tun haben, dass in der Schweiz die Mentalität „Was wir uns leisten können, finanzieren wir auch selber“ vorherrscht. Immer mehr Firmen (59%) achten jedoch bewusst auf die TCO (Gesamt-Nutzungskosten) eines Fahrzeuges und signalisieren damit, dass ihnen eine klare Kostenübersicht wichtiger ist als der reine Netto-Einkaufspreis. Offenbar setzt sich nach und nach die Erkenntnis durch, dass eine professionell verwaltete Flotte zahlreiche finanzielle und logistische Vorteile bringt.


Kleinere Motoren schonen Portemonnaie & Umwelt
Um die Kosten von Firmenflotten zu reduzieren, setzt die Mehrheit der Schweizer Unternehmen noch immer auf Kraftstoffeinsparung (2010: 32%; 2009: 24%) sowie unter anderem auf kleinere Motoren (2010: 10%; 2009: 16%). Erfreulicherweise haben immer mehr Unternehmen umweltschonende Fahrzeuge im Einsatz. Den grössten Zuwachs verzeichnen in 2010 die KMU (2010: 33%; 2009: 21%). Grossfirmen investieren vermehrt in Biokraftstoffe (10%). KMU hingegen wählen, vermutlich auch aus steuertechnischen Gründen, primär kraftstoffsparende Fahrzeuge (10 bis 30%).

Dennoch zeigen die jährlichen Studienergebnisse, dass die Entwicklung hin zu umweltschonenden Flotten nur langsam vorangeht. Vielen Unternehmen beziehungsweise Führungskräften scheint es schwer zu fallen, auf das hochtourige Firmenfahrzeug als Statussymbol zu verzichten – obwohl sie hier mit gutem Beispiel vorangehen und sowohl Budget als auch Umwelt schonen könnten. Arval hat in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle inne und betreibt ihre Flotte seit 2008 klimaneutral. Für die Kompensationen arbeitet das Unternehmen mit der Non-Profit-Organisation „myclimate“ zusammen, welche die von Arval geleisteten Zahlungen in Klimaschutzprojekte in der Schweiz und in Entwicklungsländer investiert.
Eingeschränkte Wahlfreiheit als Chance?
Erstmals wurden die Unternehmen auch dazu befragt, ob die Fahrer ihr Firmenfahrzeug selber auswählen können. Diese Möglichkeit ist bei der Mehrheit der Firmen streng limitiert oder nicht gegeben (48 bis 61%). Der Vorteil einer eingeschränkten oder nicht vorhandenen Wahlfreiheit liegt auf der Hand: diese Unternehmen können die gesamte Flotte sehr viel rascher anpassen, gerade wenn es darum geht, auf Modelle mit geringerem CO2-Ausstoss umzusteigen.

Dennoch bleibt der Weg zu einer umweltfreundlicheren Flotte steinig. Als Haupthindernisse für den Einsatz von Hybrid-Fahrzeugen geben die befragten Firmen zu hohe Kosten und Einschränkungen bei den Tankstellen sowie der Markenvielfalt an. Zudem bestehen Zweifel daran, ob grüne Investitionen auch wirklich mehr Umweltschutz bedeuten. Hier gibt es für die Anbieter von Hybriden noch einigen Kommunikationsbedarf.

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