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Ausgabe: 2010.3
 
Auf Tätersuche im eigenen Unternehmen
 
14.06.2010
 
Firmenblogs
Die «Traummarketingmaschine»?
Firmenblogs - Die «Traummarketingmaschine»?

In den letzten 20 Jahren haben sich die Werbemethoden stark verändert. Während man früher hauptsächlich über Anzeigen in Printmedien sowie übers Radio und Fernsehen geworben hat, gibt es seit der Etablierung des Internets unzählige Möglichkeiten, für das eigene Unternehmen Werbung zu machen. Eine davon ist der Unternehmensblog.

 
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Autorin: Sarah Baumgartner

Blogging ist ein amerikanisches Phänomen, das Mitte der 1990er Jahre zum ersten Mal aufgetaucht ist und sich seitdem weltweit verbreitet hat. In den ersten Jahren waren Blogs hauptsächlich öffentliche Tagebücher von Privatpersonen, durch die sie der ganzen Welt ihre Gedanken mitteilen konnten. Mit der Zeit haben auch Unternehmen die Vorteile dieses neuen Kommunikationskanals für sich entdeckt und seine vielfältigen Möglichkeiten gezielt nutzen gelernt.

Gebloggt wird auch in der Schweiz, aber immer noch deutlich mehr von Privatpersonen als von Unternehmen. Dass die Hemmschwelle gegenüber diesem Kommunikationskanal so hoch liegt, verwundert, denn besonders für KMU ist der Einsatz von kostengünstigen Blogs eine ideale Ergänzung zum bereits bestehenden Marketingmix. Eine kleine Reise in die Welt der Unternehmensblogs soll Vorurteile abbauen und Mut zu einer leicht abgeänderten Marketingstrategie machen.

Blog = «An: Welt»

Unternehmensblogging ist eine neuere, indirekte Form von Marketing. Ganzheitlich betrachtet, kann ein Blog als dreibeiniger Stuhl angesehen werden: die Beine sind die Suchmaschinen (ein Blog ermöglicht grossartige Suchmaschinenergebnisse), die Kunden (die damit auf kostengünstige und persönliche Art erreicht werden und gleichzeitig ein Feedback geben können) und die Medien (die durch Blogs auf Unternehmen aufmerksam werden). Es gilt, diese drei Beine mit einer ausgedachten Strategie optimal zu formen, so dass das Blogging als ergänzendes Marketinginstrument erfolgreich eingesetzt werden kann.

Das ideale Blog-Thema zu finden, ist nicht leicht, denn ein Blogger muss bereit sein, sich in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren regelmässig damit auseinanderzusetzen. Die meisten erfolgreichen Unternehmensblogs informieren die Leser über ein branchenrelevantes Thema oder unterhalten sie mit interessanten Beiträgen. Das Wichtige dabei ist, dass Unternehmensblogs nicht für aggressive Werbung missbraucht werden, denn nur werbefreie Beiträge werden gerne gelesen und als echte, authentische Kommunikation aufgenommen. Die Blogeinträge können vom CEO selbst, von der Kommunikationsabteilung oder den Mitarbeitern geschrieben werden – wichtig sind lediglich eine Leidenschaft fürs Schreiben und das volle Vertrauen des Unternehmens in den Blogger/ die Bloggerin.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Marketingmethoden sprechen Unternehmensblogs das Publikum direkt an und ermöglichen eine wertvolle Zwei-Weg-Kommunikation; denn durch einen Blog erhalten die Leser die Möglichkeit, via Kommentar mit einem Unternehmen unmittelbar in Kontakt zu treten. Wegen der unkomplizierten Form, dem einfachen Schreibstil und der erzielbaren grossen Reichweite, ist ein Blog wie ein E-Mail, die mit «An: Welt» an die ganze Welt verschickt wird.

Blogging lohnt sich, denn ein professioneller Blog macht ein Unternehmen interessant, steigert seinen Bekanntheitsgrad und verstärkt sein Bild als vertrauenswürdige Quelle. Als Marketinginstrument ist ein Blog ausserdem erfolgreicher als eine Unternehmenswebsite, denn er erzeugt durch die häufige Aktualisierung höhere Rankings in den Suchmaschinen und kann so – wie bereits erwähnt – als effizienter Kommunikationskanal eingesetzt werden.

Entgegen vieler Erwartungen, muss man kein Technikgenie sein, um einen Blog zu verwalten. Blogs können über öffentlicheAnbieter auf einfache Art und Weise eröffnet und gestaltet werden. Wenn ein Unternehmen jedoch den Blog in die eigene Website integrieren möchte, erfordert dies das nötige technische Know-how. Falls dies der Fall ist, sollte man den IT-Verantwortlichen konsultieren und den Blog zusammen mit ihm entwickeln. Für den Anfang, respektive wenn man sich nicht sicher ist, ob das Bloggen auch in Zukunft fleissig „durchgezogen“ wird, ist ein Blog via öffentlichen Anbieter der bessere Weg.

Die Kehrseite der Medaille

Zugegeben, ein Blog ist auch mit einigen Risiken verbunden: Wenn eine Blogstrategie nicht durchdacht ist, die Mitarbeiter nicht genügend instruiert werden oder das Monitoring des Internets vergessen geht, kann ein Blog ausser Kontrolle geraten. Damit dies nicht passiert, sollte ein Blog nicht unüberlegt angefangen werden. Es ist wichtig, dass im Vornherein eine Blogstrategie aufgestellt wird, die genau festlegt, wen der Blog und zu welchem Thema erreichen will sowie wer dafür verantwortlich ist. Des Weiteren empfiehlt es sich, gleichzeitig mit der Entwicklung der Blogstrategie, Richtlinien festzulegen, die bestimmen, was gesagt werden darf und was nicht. Das Monitoring des Internets wird – auch ohne Blog – immer wichtiger. Wenn ein Unternehmen selbst oder eine Agentur das Internet regelmässig nach Berichten sowie Blog- und Foreneinträgen über das eigene Unternehmen durchforscht, kann kaum etwas ausser Kontrolle geraten, da man über das Geschehen im Internet bestens informiert ist und jederzeit schnell reagieren kann.

Das kleine 1x1 des Bloggings

Und jetzt wird’s praktisch! Wie bereits gesagt: Am Anfang steht die Entscheidung, ob, wer, wie und über was gebloggt werden soll. Wie vielerorts gibt es auch beim Bloggen Regeln, die man beachten sollte und deshalb finden Sie im Folgenden die wichtigsten Punkte aufgelistet, die Sie in Ihre Strategie einbeziehen sollten:

• Konzentrieren Sie sich auf ein spezifisches Themengebiet, denn nur so können Sie eine treue Leserschaft aufbauen. Es gilt: Je fokussierter desto besser!

• Man kann es nicht genug betonen: Erstellen Sie Blogging-Richtlinien! Tun Sie dies besonders dann, wenn Ihre Mitarbeiter das Bloggen übernehmen.

• Schreiben Sie authentisch und transparent, so dass die Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben und für welches Unternehmen Sie arbeiten, respektive welche Sichtweise Sie vertreten.

• Verlinken Sie, wo Sie nur können, denn Links sind das Herzstück von Blogs. Sie können beispielsweise YouTube Videos posten und darauf verlinken, via Blog auf Ihre Xing-Gruppe aufmerksam machen oder auf die Blogs von Meinungsbildnern verweisen – jede Art von Link verhilft zu einer besseren Positionierung in den Suchmaschinen.

• Ermutigen Sie Ihre Leser auf Ihre Blogeinträge via Kommentarfunktion zu antworten und versuchen Sie, möglichst viele Diskussionen anzuzetteln.

• Bloggen Sie regelmässig, denn dies erhöht zum einen Ihr Ranking in den Suchmaschinen und zum anderen zeigt eine gewisse Regelmässigkeit den Lesern, dass Sie das Bloggen ernst nehmen.

Was Sie hingegen unbedingt unterlassen sollten:

• Nutzen Sie den Blog nicht für aggressive Werbung für Ihre Produkte und Dienstleistungen, denn dies gilt als grosses Tabu in der Blogosphäre.

• Löschen Sie möglichst wenige Kommentare, auch wenn diese negativ ausfallen. Betrachten Sie negative Einträge eher als konstruktive Kritik und reagieren Sie darauf.

• Geben Sie sich nicht für jemand anderes aus, um Ihre eigenen Artikel zu loben.

• Verwenden Sie keine komplizierten Fach- und Fremdwörter, denn wenn diese nicht branchenüblich sind, kann es äusserst abschreckend und distanziert wirken.

• Vermeiden Sie politische und religiöse Themen, denn diese können zwar in spannenden Diskussionen enden, können sich aber auch nachteilig auf Ihr Unternehmen auswirken.

Das kleine Starter-ABC

Nun haben Sie schon einiges über Blogs gehört. Einige von Ihnen werden begeistert sein und können es kaum erwarten, den eigenen Unternehmensblog zu eröffnen und andere wiederum werden spätestens jetzt wissen, dass ein Blog nichts für Sie und Ihr Unternehmen ist. Dieses kleine Starter-ABC soll Sie fit für Ihren eigenen Unternehmensblog machen:

1. Bevor Sie Ihren Blog überhaupt eröffnen, sollten Sie sich einen Überblick über die Blogs aus Ihrer Branche, von Wettbewerbern, Partnern und Lieferanten verschaffen.

2. Allmählich können Sie aktiv werden, indem Sie auf anderen Blogs interessante und relevante Kommentare abgeben.

3. Sobald Sie sich in der Blogosphäre etwas auskennen, ist es Zeit Ihre eigene Strategie zu entwickeln. Dies sollte sorgfältig und unter Beachtung der Regeln geschehen!

4. Suchen Sie sich einen passenden Anbieter aus, durch den Sie Ihren Blog veröffentlichen oder treten Sie mit Ihrem IT-Verantwortlichen in Kontakt und gestalten Sie gemeinsam Ihren Blog.

5. Sobald der Blog aufgeschaltet ist, können Sie loslegen. Viel Spass!

Und noch ein kleiner, aber wichtiger Tipp aus eigener Erfahrung: Haben Sie etwas Geduld, wenn sich nicht gleich von Woche 1 ein voller Erfolg einstellt! Die Blogosphäre braucht etwas Zeit um auf Ihren Blog aufmerksam zu werden.

Zum Schluss...

Ob ein Unternehmensblog wirklich eine Traummarketingmaschine ist, muss jedes Unternehmen selber herausfinden. Zu der einen Strategie passt er und zu der anderen nicht. Wenn Sie sich jedoch für einen Blog entscheiden, ist es wichtig, dass Sie Ihre anderen Marketingkanäle nicht vernachlässigen oder gar streichen. Zum jetzigen Zeitpunkt ersetzt ein Blog noch keine herkömmlichen Marketingmassnahmen, sondern er ist vielmehr eine ideale Ergänzung zu Ihrem bestehenden Marketingmix. Blog macht ein Unternehmen interessant, steigert seinen Bekanntheitsgrad und verstärkt sein Bild als vertrauenswürdige Quelle. Als Marketinginstrument ist ein Blog ausserdem erfolgreicher als eine Unternehmenswebsite, denn er erzeugt durch die häufige Aktualisierung höhere Rankings in den Suchmaschinen und kann so – wie bereits erwähnt – als effizienter Kommunikationskanal eingesetzt werden. Entgegen vieler Erwartungen, muss man kein Technikgenie sein, um einen Blog zu verwalten. Blogs können über öffentliche

Autorenangaben
Sarah Baumgartner arbeitet als Marketingverantworliche bei Upsidecorp Schweiz. Neben dem eigenen Social Media-Blog (http://viralbynature.blogspot.com), bloggt sie regelmässig über e-Marketing für Upsidecorp (www.upsidecorp.ch/blog).
 
 
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